Endlager Adolphsdorf?

Wohin mit dem Atommüll in Deutschland? Diese Frage beschäftigt die Republik seit langem. Ein Bericht zeigt nun, welche Gegenden grundsätzlich in Frage kämen. 90 Gebiete in Deutschland haben nach Erkenntnissen der Bundesgesellschaft für Endlagerung günstige geologische Voraussetzungen für ein Atommüll-Endlager. 

In dem in dieser Woche vorgelegten Bericht ist in der Übersichtskarte der sogenannten Teilgebiete ein Areal ausgewiesen, das von Otterstein über Adolphsdorf bis Schlußdorf reicht. Die eiförmige Fläche ist rund acht Quadratkilometer groß. Geologen ermittelten hier tief in der Erde Steinsalz in steiler Lagerung. Das Areal weist unterirdisch eine 660 Meter dicke Gesteinsschicht auf. Die Basisfläche befindet sich in einer Tiefe von 840 Metern bis 1500 Metern. Acht von elf fachlichen Kriterien werden in diesem Gebiet als günstig bewertet.  Die geowissenschaftlichen Abwägungskriterien umfassen etwa die Frage, ob es in dem untersuchten Areal Grundwasserbewegungen gibt, wie stabil das unterirdische Umfeld langfristig ist und wie das „Deckgebirge“ eines möglichen Endlagers beschaffen ist.

Endlager Adolphsdorf?

Nach der vorerst nur hauptsächlich geologischen Bewertung spielten nun weitere Kriterien für die Standortsuche eine Rolle: die Nähe zu Siedlungen, die Erreichbarkeit per Schiene und Straße, Hochwasserschutzgebiete oder Gebiete für die Trinkwasserversorgung. Die unmittelbare Nähe zu den Dörfern Adolphsdorf, Otterstein und Tüschendorf auf Grasberger Seite ist schon ein K.-o.-Kriterium in der weiteren Prüfung, glaubt der Landkreis. Man kann also nicht davon ausgehen, dass Adolphsdorf irgendwann als Endlager eine Rolle spielen werde. Der Landkreis Osterholz wird, wie gemeldet wurde, immer dann, wenn seine Interessen und die seiner Einwohner berührt werden, das Standortauswahlverfahren kritisch-konstruktiv weiter begleiten. Die Debatte über die Endlagerung von hoch radioaktivem Atommüll dürfte damit in Fahrt kommen – vor allem in den Gebieten, die nun näher unter die Lupe genommen werden sollen. Also auch in Adolphsdorf, Otterstein und Tüschendorf.

Mehr dazu im Weserkurier….

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